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Sparte: Fussball

„Gesehen, dass wir mithalten können“: SV Bruckmühl kassiert Last-Minute-Niederlage gegen SV Aschau am Inn

Am 2. Spieltag der Bezirksliga Ost unterlag der SV Bruckmühl dem SV Aschau am Inn aufgrund zweier später Gegentreffer mit 2:3.

Der SV Bruckmühl hat es am 2. Spieltag der Bezirksliga Ost verpasst, den Traumauftakt gegen den TuS Raubling aus der Vorwoche zu veredelt, zumindest punktemäßig. Das Team rund um Kapitän Patrick Kunze musste gegen den SV Aschau am Inn am Samstagnachmittag eine ganz bittere Last-Minute-Niederlage hinnehmen. Die Gäste drehten die Partie in der absoluten Schlussphase noch zu einem ganz späten 3:2-Sieg. Obwohl sein Team in der Crunchtime drei fast schon sichergeglaubte Punkte aus der Hand gegeben hatte, wollte und konnte Trainer Mike Probst seiner jungen und neu formierten Mannschaft keinen Vorwurf machen: „Für mich ändern die späten beiden Gegentore und die Niederlage nichts“, erklärte der 63-Jährige nach der Partie.

„Bei den Jungs ist eine Menge Herz dabei“
„Wir haben wieder gesehen, dass wir in der Liga ab absolut mithalten können. Die Partie hat mir erneut gezeigt, dass bei den Jungs eine Menge Herz dabei ist. Das ist entscheidend. Das hat man oder halt nicht, und das wird auch nicht weggehen. Das stimmt mich absolut positiv.“ Ähnlich wie beim Ligastart in Raubling zeigte der Bruckmühl eine ansprechende Leistung, konnte sich dieses Mal aber nicht dafür belohnen. Dabei wäre aus SVB-Sicht mindestens ein
Punkt verdient gewesen.

SV Aschau geht verdient in Führung
Dabei sah es zunächst überhaupt nicht danach aus. Aschau startete offensiv druckvoll und brachte die Hausherren in der Anfangsphase direkt unter Bedrängnis. Zunächst lenkte Hansi Brandstetter einen ersten Abschluss von Felix Weber über die Latte. Wenige Minuten später verfehlte ein Heber von Jan Vetter das Gehäuse. Auf der Gegenseite verpasste Felix Mark mit dem ersten richtigen Angriff die SVB-Führung. Sein Abschluss aus spitzem Winkel ging knapp am langen Eck vorbei. Nach 20 Minuten zappelte der Ball dann doch im Bruckmühler Tor. Luca Reiner war nach einem Steckpass frei durch und ließ Brandstetter im Eins gegen Eins keine Chance. Nach dem Rückstand brachen die Gastgeber allerdings nicht ein – im Gegenteil.

Yanik Molitor dreht die Partie mit einem schnellen Doppelpack
Bruckmühl konnte das Spielgeschehen immer offener gestalten und drehte die Partie mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten. Zum Ausgleich führte eine Co-Produktion, die in Raubling bereits zu drei der vier Treffer geführt hatte. Nach 36 Minuten führte Andreas Wechselberger einen Einwurf in der gegnerischen Hälfte schnell aus. Patrick Gigla ließ direkt auf Felix Mark klatschen. Der Zehner, dem bei seinem Bezirksliga-Debüt vier Scorer gelungen waren, flankte aus dem Halbfeld direkt in die Mitte. Dort nickte Yanik Molitor ein. Keine 120 Sekunden später schlug der Flügelspieler, aus der Kreisklasse vom TSV Weyarn gekommen, erneut zu. Michael Kraxenberger eroberte den Ball mit einem Pressschlag zurück. Der Ball kam genau auf Molitor, der sich nahe der Strafraumgrenze ein Herz fasste und flach ins kurze Eck traf.

Felix Mark verpasst die vorzeitige Entscheidung
„Das junge und unerfahrene Team hat den Rückstand absolut super weggesteckt und eine tolle Reaktion gezeigt, vor allem waren das zwei wunderbare Tore. Wir wissen jetzt, dass wir in der Lage sind, jederzeit Tore zu erzielen. Das ist ganz, ganz wichtig für den Kopf.“ Nach der Pause setzte Bruckmühl beim starken Finish des ersten Durchgangs an, belohnte sich aber nicht mit einem dritten Tor und die Partie damit wohl zu entscheiden. Die beste Chance vergab Mark. Gigla setzte sich auf der linken Seite durch und bediente seinen Mitspieler. Der 19-Jährige ließ seinen Gegenspieler mit dem ersten Kontakt aussteigen, setzte den Ball dann aber freistehend aus kurzer Distanz über das Tor.

„Wir sind etwas passiv geworden“
Nur wenige Augenblicke später wollte bei einer ähnlichen Situation das 3:1 ebenfalls nicht fallen. Niko Hable eroberte im letzten Drittel den Ball und bediente Gigla auf halblinks. Seine Hereingabe fand am zweiten Pfosten Molitor. Dessen Abschluss wurde geblockt. Nach der vergebenen Vorentscheidung ließen beim SVB sichtlich die Kräfte nach. „Etwa zur 65. Minute sind wir etwas in den Verwaltungsmodus gekommen. Wir sind nicht mehr so mutig in der Defensivbewegung gewesen, haben weniger Druck ausgeübt und sind beim Verteidigen etwas passiv geworden. Wir haben dadurch nicht mehr diese Umschaltmöglichkeiten bekommen. Wir sind körperlich einfach noch nicht bei 100 %. Aber das haben wir gewusst. Noch nie war eine Mannschaft zu den ersten Spielen schon topfit. Daran werden wir auch
arbeiten“, stellte Probst fest.

SV Aschau am Inn dreht die Partie in der Schlussphase
In der Folge wurde Aschau immer stärker und kam vereinzelt zu Möglichkeiten und nutzte zwei davon in der Schlussphase eiskalt. Nach 86 Minuten rutschte ein langer Ball von Birol Karatepe durch. Der gerade erste eingewechselte Luciano Liquiliqui vollendete zum Ausgleich. Vier Minuten später kam es für den SVB noch übler. Eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld köpfte Karatepe am ersten Pfosten zum späten Siegtreffer für die Gäste ein. „Das sind genau die Lerneffekte, die für unsere jungen Spieler ganz wichtig sind. Einfache Fehler werden auf dem Niveau sofort bestraft. Aschau ist eine bis in die Haarspitzen abgezockte Mannschaft. Das sind wir noch nicht, müssen wir auch noch nicht sein. Insgesamt bin ich absolut zufrieden, was ich gesehen habe. Mir ist es lieber, auf so eine Art zu verlieren, als sich abschießen zu lassen“, schloss Prost sein Fazit aufgrund der Leistung „eher mit einem lachenden als einem weinenden Auge“ ab. (Alexander Nikel)