„Ganz wichtig für uns“: SVB bezwingt TuS Holzkirchen mit Last-Minute-Treffer
Der SV Bruckmühl hat am 5. Spieltag der Bezirksliga Ost einen Last-Minute-Sieg gegen den TuS Holzkirchen gefeiert. Der SV Bruckmühl ist nicht gerade für späte Tore bekannt, eher für späte Gegentore, wie zuletzt erst vor knapp eineinhalb Wochen im Heimspiel gegen den SV Aschau am Inn. Am Mittwochabend dürfte der SVB aber nach fast genau eine Jahr mal wieder einen Last-Minute-Sieg bejubeln. Den letzten gab es am 2. Spieltag der Vorsaison gegen den TSV Peterskirchen, den vorletzten noch zu Landesliga-Zeiten gegen den 1. FC Garmisch-Partenkirchen am 16. Oktober 2024.
Fehlentscheidung leitet Last-Minute-Sieg ein
Nach Abpfiff am Mittwochabend stand nicht nur der späte Erfolg im kleinen „Derby“ gegen den TuS Holzkirchen im Mittelpunkt, sondern auch der Unparteiische. Dieser erlebte einen eher unglücklichen Abend. Zweimal pfiff der Schiedsrichter in der ersten Halbzeit einen Foulelfmeter, beide Entscheidungen waren mehr als umstritten. Der Siegtreffer der Bruckmühler in der Nachspielzeit wurde in der Entstehung durch eine grobe Fehlentscheidung herbeigeführt.
Den ersten Aufreger gab es bereits nach wenigen Augenblicken. Bruckmühl-Außenspieler Andreas Wechselberger kam nach einem langen Zuspiel in die Spitze im Strafraum an den Ball, umkurvte Olekandr Titov und traf ins leere Tor. Holzkirchens Schlussmann ging nach der Drehung von Wechselberger zu Boden. Der Unparteiische pfiff die Situation ohne einen für die Zuschauer sichtbaren Kontakt ab. Weniger später befand sich SVB-Kapitän Patrick Kunze nach einer Ecke im Strafraum in einer aussichtsreichen Abschlussposition, doch der Schiedsrichter stand im Weg – und das am kurzen Pfosten. Statt einer Topchance für Bruckmühl gab es Ball für Holzkirchen, da der Ball zuvor von einem TuS-Verteidiger abgefälscht worden war.
SV Bruckmühl verwandelt Elfmeter – TuS Holzkirchen vergibt
Nach etwas mehr als einer halben Stunde gab es den ersten Foulelfmeter: Yanik Molitor drang über die rechte Seite in den Heimstrafraum vor und legte sich den Ball in vollem Lauf an Alexander Zetterer vorbei. Der Holzkirchner Verteidiger stellte seinen Körper rein und blockierte damit den Laufweg des Bruckmühler Angreifers. Molitor lief dementsprechend auf Molitor auf. Der Schiedsrichter gab ohne zu zögern Foul und Elfmeter – eine mehr als harte Entscheidung. Kunze verlud Titov und traf nach 36 Minuten zur Führung. Kurz zuvor hatte Molitor bereits einen Abschluss knapp am langen Pfosten vorbei gesetzt.
Beinahe im Gegenzug bekam auf der Gegenseite auch der TuS einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen. Alexander Lafolger setzte sich gegen Leo Pritzl durch und ging im Anschluss auf der Grundlinie schreiend zu Boden. Erneut durfte ein Spieler aus elf Metern ran. Dieses Mal vergab der Schütze allerdings. Hansi Brandstetter ahnte die Ecke und parierte den jedoch auch schwach getretenen Strafstoß von Stefan Hofinger. Bei der nachfolgenden Ecke rettete dieses Mal die Latte die Gäste aus dem Mangfalltal.
„Fehler von uns“: TuS Holzkirchen gelingt Ausgleich
Ansonsten sahen die rund 200 Zuschauer auf dem Sportplatz in Holzkirchen eine Bezirksliga-Partie auf äußerst überschaubarem Niveau mit nur wenigen spielerischen Highlights, vor allem im ersten Durchgang. Beide Mannschaften agierten hektisch. Einen kontrollierten Spielaufbau sowie herausgespielte Spielzüge gab es nur äußerst selten.
Nach der Pause wurde Holzkirchen dann immer torgefährlicher und kam nach fast genau einer Stunde zum Ausgleich, „nach einem Fehler von uns“ ärgerte sich Probst. Bruckmühl verlor in der Offensivbewegung den Ball. Elias Schnier bewies Durchsetzungsvermögen und bediente den eingewechselten Tobias Bebber, der ins lange Eck vollendete.
Abstoß für SV Bruckmühl statt Eckball für TuS Holzkirchen
Holzkirchen war nun dem Sieg näher. Zweimal vergab Schnier freistehend aus aussichtsreicher Position. Ansonsten versuchte Holzkirchen hauptsächlich mit Schüssen aus der Distanz zum Torerfolg zu kommen. Auf der anderen Seite kratzte Titov einen Schlenzer von Michael Kraxenberger in der Schlussphase sehenswert aus dem Kreuzeck. In der Nachspielzeit folgte dann die spielentscheidende Szene. Bruckmühls Niklas Macek spitzelte einen Steckpass für alle klar ersichtlich ins eigene Toraus. Als Spieler beider Mannschaften sich bereits für den dafür eigentlich folgenden Eckball im Bruckmühler Strafraum einfanden, entschied der Schiedsrichter zur Verwunderung aller auf Abstoß.
Goldenes Händchen: Joker leiten Siegtreffer ein
Den weiten Ball von Brandstetter verlängerte Molitor in Aus-verdächtiger Position in Richtung Eckfahne. Dort setzte sich der gerade erst eingewechselte Samba Jawara gegen seinen Gegenspieler durch. Johannes Brendle legte im Strafraum mit der Hacke auf Molitor ab. Dessen Schussversuch wurde geblockt, landete aber so wieder bei Brendle.
Der Schuss des Stürmers verfehlte sein Ziel eigentlich deutlich. Doch am zweiten Pfosten stand Markus Pergelt, nicht wie im Spielbericht festgehalten Molitor, völlig blank und drückte das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie. Danach gab es im Bruckmühler Lager kein Halten mehr.
SV Bruckmühl „zeigt Reaktion“ auf Pleite beim TSV Peterskirchen
Mike Probst zeigte sich wenige Sekunden nach dem Schlusspfiff sichtlich gelöst: „In der Nachspielzeit drei Punkte zu holen, das lehne ich natürlich nicht ab. Wir hätten davor schon einen Punkt unterschrieben.“ Den Cheftrainer stellte vor allem zufrieden, dass sein Team auf die 1:7-Klatsche in Peterskirchen „eine Reaktion gezeigt hat. Es war wichtig, dass sich die Jungs für eine sehr gute Leistung belohnt haben.“
Mike Probst: „Am Ende waren wir die Glücklicheren“
Trotzdem wollte Probst festhalten: „Respekt an Holzkirchen. Sie haben zu Hause gespielt und in den letzten zwei Spielen gezeigt, was sie trotz ihrer Situation machen können. Sie haben alles versucht, um in Führung zu gehen und zu gewinnen. Am Ende waren wir die Glücklicheren. Wir sind froh über die drei Punkte. Das ist ganz wichtig für uns“, freute sich Probst ergänzend dazu über den zweiten Saisonsieg im vierten Ligaspiel. (Alexander Nikel)
