„Unheimlich stolz auf die Mannschaft“: Erste trotzt TSV Dorfen in Unterzahl
Der SV Bruckmühl hat am 6. Spieltag der Bezirksliga Ost in langer Unterzahl einen Punkt gegen Tabellenführer TSV Dorfen geholt. Für die Zwoate gab es in der Kreisklasse ein 1:1 gegen den NK Croatia Rosenheim.
Nur drei Tage nach dem Last-Minute-Sieg beim TuS Holzkirchen hat der SV Bruckmühl den nächsten Achtungserfolg in der Bezirksliga Ost eingefahren. Die „Erste“ überraschte am Samstagnachmittag auch gegen den neuen Tabellenführer TSV Dorfen und erkämpfte sich ein 1:1-Unentschieden, und das in mehr als 60-minütiger Unterzahl. „Den Punktgewinn bewerte ich gleich hoch wie den späten Sieg in Holzkirchen“, machte Trainer Mike Probst seiner Mannschaft im Nachgang ein großes Kompliment: „Für mich ist das gegen so einen Gegner ein gefühlter Sieg. Wir waren mehr als eine Stunde zu zehnt. Das war ein sehr, sehr stark erkämpfter Punkt.“
SV Bruckmühl gleicht Führung des TSV Dorfen schnell aus
Dabei nahm die Partie in der Anfangsphase zunächst eine andere Richtung als aus SVB-Sicht erhofft. Die Gäste aus Dorfen starteten druckvoll und erspielten sich die ein oder andere aussichtsreiche Torannäherung. Bereits nach sieben Minuten nutzte Gerhard Thalmaier eine davon. Die Bruckmühler Hintermannschaft konnte den Ball nicht aus der Gefahrenzone klären. Dorfens Topscorer kam aus spitzem Winkel zum Abschluss und überwand Hansi Brandstetter aus kurzer Distanz. Bruckmühl zeigte sich vom Gegentreffer allerdings nicht sonderlich beeindruckt und kam fast im direkten Gegenzug zum Ausgleich. Yanik Molitor eroberte an der Mittellinie den Ball, zog das Tempo an und chippte den Ball über TSV-Keeper Maximilian Grichtmaier ins Netz.
Platzverweis für SVB-Torwart Hansi Brandstetter
Trotz der schnellen Reaktion zeigte sich Probst mit dem Auftritt seines Teams in der ersten halben Stunde nicht zufrieden: „Wir haben zu Beginn nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir hätten uns mehr Aggressivität im Zentrum gewünscht. Wir haben die Gegenspieler nur gestellt, anstatt mal wirklich zu versuchen, den Ballführenden in den Zweikampf zu bekommen. Dass Dorfen auf diesen Positionen Fußball spielen kann, war ja zu sehen.“ Zu allem Überfluss kassierte Bruckmühl genau nach einer halben Stunde für eine Notbremse auch noch einen Platzverweis. Brandstetter eilte nach einem langen Ball aus seinem Tor und erwischte Clemens Blaha am Fuß.
SV Bruckmühl macht Angriffe des TSV Dorfen zunichte
Wer nun glaubte, dass Dorfen seine Favoritenrolle in der Folge in Überzahl ausspielen wird und diese auch an der Anzeigetafel klar sichtbar werden wird, irrte sich tatsächlich. Stattdessen hatte Bruckmühl kurz vor der Pause die Topchance, das Spiel sogar zu drehen. Veysel Kilic kam nach einer Hereingabe von der linken Seite im Zentrum frei zum Abschluss, setzte seine Direktabnahme allerdings über das Tor. Mit dem Pausenpfiff rettete die Latte dem SVB nach einem Thalmair-Kopfball das Remis zur Pause.
Nach der Pause war Dorfen klar überlegen, konnte sich allerdings nur wenige Druckphasen erspielen. Bruckmühl verteidigte die meisten Aktionen sauber weg. „Wir haben uns nach der Pause gewaltig verbessert gezeigt, und das umgesetzt, was wir in der Halbzeit angesprochen hatten“, freute sich Probst. Die beste Chance hatte noch Alois Eberle nach knapp einer Stunde. Sein Volley ging jedoch über das Tor.
Maximilian Gröbmeyer hält Unentschieden fest
Gleichzeitig konnten die Hausherren auch in Unterzahl immer wieder Nadelstiche setzen. „Das war ist mir auch wichtig“, erklärte Probst. Michael Kraxenberger verpasste es in der Schlussphase, die Partie auf den Kopf zu stellen. Sein Dropkick ging nur knapp am Tor vorbei. Damit blieb es schlussendlich beim Unentschieden. Für Probst war vor allem der Zusammenhalt entscheidend für den Punktgewinn: „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft. Die Jungs haben als Team zusammen gefightet und sich gegenseitig gepusht. Das war ganz wichtig. Darauf können wir aufbauen.“ „Ein Riesenkompliment“ machte der Trainer auch Maximilian Gröbmeyer, der Brandstetter zwischen den Pfosten ersetzte, und sich mit der ein oder anderen Parade auszeichnete. „Es ist nicht einfach, kalt reinzukommen. Er ist ganz klar mitverantwortlich für den Punktgewinn.“
TOTO-Pokal-Achtelfinale gegen SV Genc Wasserburg
Einen solchen gab es im Nachgang auch für die „Zwoate“ in der Kreisklasse. Im Heimspiel gegen den NK Croatia Rosenheim holte das Team von Trainerduo Erich Dreher und Charly Kunze ebenfalls ein erkämpftes 1:1, bei dem die Gäste ebenso ein Chancenplus zu verzeichnen hatten. Im Mittelpunkt stand hierbei Manuel Aigner. Der 29-Jährige rückte aufgrund der roten Karte gegen Brandstetter und dem nicht geplanten Einsatz von Gröbmeyer kurzfristig ins Tor. Dabei war er am Vortag erst spät aus den USA zurückgekommen.
Für die Erste geht es bereits am Mittwoch weiter. Dann steht das TOTO-Pokal-Achtelfinale beim SV Genc Wasserburg an. Der A-Klassist setzte sich in der Gruppenphase mit drei Siegen souverän gegen die SG Rott/Ramerberg, den SV Waldhausen und den SV Albaching durch. Anstoß ist um 19:00 Uhr. (Alexander Nikel)
