Volksfest „Light“ 2020

Volksfesteinzug der SVB Handballer und SVB-Kanuten

Torsten Neuwirth,
Pressewart SVB
16. Juli 2020
Seit 68 Jahren ist die Marktgemeinde Bruckmühl traditionell ab dem zweiten Juli-Freitag zehn Tage lang der „Hotspot“ für Jung und Alt sowie Familien. Die „Fünfte Bruckmühler Jahreszeit“ lockte in den zurückliegenden, fast sieben Jahrzehnten, mit ihrem bayerisch-familiären Charme jährlich über 32 000 Besucher in die Mangfalltal-Gemeinde. So konnten die Organisatoren des SV Bruckmühl (SVB) regelmäßig sogar Gäste aus den USA, Chile, Neuseeland, Frankreich, Spanien und von den Britischen Inseln begrüßen. Doch ist in diesem Jahr alles anders.
Am 30. April musste die Chefetage des SVB um Vorstand Klaus Christoph den Rotstift an ihre „69. SVB-Wiesn“ setzen. „Auch, wenn es wehtut, die Gesundheit aller geht vor“, lautete der einhellig gefasste SVB-Entschluss. Nach Aussagen von SVB-Boss Klaus Christoph ist der Wiesn-Ausfall ein gravierender Einschnitt ins sportliche und gesellschaftliche Leben der Gemeinde. Doch damit nicht genug. Der Reingewinn der SVB-Wiesn wird nach Darstellung von SVB-Vize „Bernie“ Gleißner zu 100 Prozent nicht nur in die Nachwuchsarbeit der neun Sport-Sparten mit seinen über 2100 Mitgliedern, sondern auch in den Unterhalt des vereinseigenen Sportzentrums investiert. Somit sind die fehlenden Einnahmen auch ein harter Schlag ins Finanz-Kontor. „Wir müssen unseren Wirtschaftsplan komplett neu justieren und den Gürtel auf lange Zeit deutlich enger schnallen“, bringt SVB-Kassier Stefan Brence die Situation auf den Punkt.

Am 30. April musste die Chefetage des SVB um Vorstand Klaus Christoph den Rotstift an ihre „69. SVB-Wiesn“ setzen. „Auch, wenn es wehtut, die Gesundheit aller geht vor“, lautete der einhellig gefasste SVB-Entschluss. Nach Aussagen von SVB-Boss Klaus Christoph ist der Wiesn-Ausfall ein gravierender Einschnitt ins sportliche und gesellschaftliche Leben der Gemeinde. Doch damit nicht genug. Der Reingewinn der SVB-Wiesn wird nach Darstellung von SVB-Vize „Bernie“ Gleißner zu 100 Prozent nicht nur in die Nachwuchsarbeit der neun Sport-Sparten mit seinen über 2100 Mitgliedern, sondern auch in den Unterhalt des vereinseigenen Sportzentrums investiert. Somit sind die fehlenden Einnahmen auch ein harter Schlag ins Finanz-Kontor. „Wir müssen unseren Wirtschaftsplan komplett neu justieren und den Gürtel auf lange Zeit deutlich enger schnallen“, bringt SVB-Kassier Stefan Brence die Situation auf den Punkt.

Nach dem Motto, „erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler kommen aus einer Krise gestärkt zurück“, riefen die SVBler zur großen Freude von SVB-Vorstand Christoph seit Ende März viele Aktionen ins Leben, um die schwierige Situation gemeinsam im Team zu meistern. Dazu zählt auch die jüngste Maßnahme – der „Volksfest-Einzug Light 2020“ – der SVB Handballer mit tatkräftiger Kanutenunterstützung.

Normalerweise wäre am Freitag, den 10. Juli, 18 Uhr, mit dem traditionellen, 800 Meter langen Volksfest-Einzug samt Polizei-Eskorte, einem imposanten Spaten-Brauerei Pferdegespann, vier Festkapellen, zwei Spielmann- und zwei Trommler-Zügen sowie über 40 befreundete Ortsvereine mit knapp 1000 Teilnehmern der Startschuss zur „69. Fünften Bruckmühler Jahreszeit“ abgegeben worden. Den Ausfall des Aufzugs-Spektakels wollten die beiden SVB Handball-Cracks Kupi Rauch und Renè Blazek aber nicht so ohne Weiteres hinnehmen. So entstand ihre Idee zum „Volksfest-Einzug Light 2020“.

Spontane Unterstützung erhielten die beiden von den befreundeten SVB-Kanuten. Für die anschließende, zünftige Wiesn-Brotzeit konnten das Handballer-Duo sofort die SVB Sportheim-Pächterfamilie Angie, Arno und Christian Müller gewinnen. „Somit war auch der Zielort des Volksfest-Einzugs festgezurrt“, freute sich René Blazek. Nach dem Motto gesagt – getan, fanden sich am Freitagabend rund 80 Volksfestfreunde in Tracht am Tennisplatz ein. „Andere Sparten konnten wir leider nicht dazu einladen, dass hätte die Corona-Vorgaben sonst gesprengt und dies wollten wir unter allen Umständen vermeiden“, erklärt Handballer Kupi Rauch.

Nachdem SVB Stockschützen-Chef Franz Wasl von der Aktion „Wind bekommen hatte“, cancelte er kurzer Hand das Freitags-Training. Punkt 18 Uhr setzte sich dann der 107 Meter lange Zug hinter dem Taferl-Träger Renè Blazek in Bewegung. Für die zünftige Einzugs-Musik samt Bayerischen Defiliermarsch sorgte Max Elschker als Einmann-Kapelle. Um 18.12 Uhr war es dann soweit. Wie bei „Hau den Lukas“ wuchtete SVB-Vize „Bernie“ Gleißner bei Donnergrollen mit einem wuchtigen Schlag den Messinghahn souverän in das vom Sportheim-Wirt Arno Müller gesponserte 20 Liter Wiesn-Holzfass. Unter dem Beifall der „Wiesn-Light-Besucher 2020“ folgte 75 Sekunden später das herbei gesehnte „O`zapft is“. Danach stärkten sich die Volksfest-Freunde beim deftigen Wiesn-Schweinsbraten mit Knödeln und weiteren Wiesn Brotzeit-Schmankerl. Auch fehlte die große Volksfest-Breze nicht.

Wie beim großen Wiesn-Original, stand dann noch ein sportlicher Showdown beim provisorischen Torwandschießen auf dem Programm. Dabei wurden die Fehlschüsse mit viel „Hallo“ begleitet. Bei der ein oder anderen frisch gezapften „Halben Gerstensaft“ oder prickelnden „Mädels-Sektrunde“ wurde über die „imaginäre SVB-Wiesn 2020“ philosophiert. Dabei drehte sich fast alles um die Kernfrage, „was machen wir denn in den nächsten acht Tagen“. Hierzu hatte Barbara Loidl, die mit ihrer Familien-Metzgerei seit über drei Jahrzehnten auf der Bruckmühler Wiesn vertreten ist, eine einfache Antwort, „wir tragen im Geschäft Trauerflor“. Nach ihrer Aussage, ist das diesjährige Volksfest-Aus unter ihrer Firmenbelegschaft seit 14 Tagen das beherrschende Thema. „Auch wenn die zehn Tage echt stressig und anstrengend sind, werden wir sie total vermissen“, so die Bad Aiblinger Metzgerei-Chefin.

Ähnlich ergeht es Richard Merk mit seiner Crew. „Wir kommen alle nur einmal im Jahr zusammen und dies zur Volksfestfestzeit und verstehen uns auf Anhieb wie die berühmten Musketiere. Dieses innige Freundschaftsverhältnis und der nette Umgang mit den Gästen aus allen Herren Ländern geht nun Flöten, da schiebt der ein oder andere von uns schon einen gehörigen Frust“, beschreibt der Ordner-Chef der Wiesn die Gefühlslage.

Für SVB-Kassier Brence steht als Ersatzprogramm aktuell Wanderurlaub in Südtirol an. Wie jedes Jahr hatte der SVB-Kassier auch für die „Fünfte Bruckmühler Jahreszeit“ wieder seinen Jahresurlaub eingeplant. Dieser konnte aber nach der überraschenden Fest-Stornierung nicht mehr rückgängig gemacht werden. Etwas anders sah dies Helga Christoph, Ehefrau von SVB-Vorstand Klaus Christoph, mit einem Augenzwinkern, „zum ersten Mal nach 36 Jahren konnten wir unseren 52. Hochzeitstag zu Hause in aller Ruhe bei einem Glas Wein feiern“. Ihre Freude basiert auf dem Umstand, dass ihr „Ehe-Feiertag“ turnusmäßig immer in der Volksfest-Zeit liegt.

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