Der FC Bayern München kann verlieren. Das bewies der Rekordmeister am Samstag eindrucksvoll – zumindest im Fußball. In der Handballhalle dagegen blieb für den SV Bruckmühl die große Sensation aus. Spoiler: Wir waren näher dran, als es das Endergebnis vermuten lässt.
Eine hartnäckige Grippewelle hatte unsere Mannschaft fest im Griff, sodass wir mit acht Feldspielern anreisen mussten – inklusive tatkräftiger Unterstützung aus der zweiten Mannschaft. Die Auswechselbank war damit schnell erklärt, ausruhen war dort jedenfalls keine Option.
Davon ließ sich der SV Bruckmühl in der ersten Halbzeit jedoch herzlich wenig beeindrucken. Mutig im Angriff, kompakt in der Abwehr – und hinten stand ein Mann, der offenbar einen persönlichen Pakt mit dem Handballgott geschlossen hatte: Torhüter Daniel Scheffter. Mit zahlreichen starken Paraden brachte er die Münchner reihenweise zur Verzweiflung und sorgte dafür, dass wir zur Halbzeit völlig verdient mit 13:12 in Führung lagen. Kurz keimte die Hoffnung auf, dass der FC Bayern an diesem Tag gleich doppelt schlechte Laune bekommen könnte.
Doch dann meldete sich die Realität – und die fehlenden Wechselspieler – zurück. In der zweiten Hälfte machten sich die schwindenden Kräfte zunehmend bemerkbar. Während der FC Bayern munter frische Spieler ins Rennen schickte, hieß es bei uns: Zähne zusammenbeißen, tief durchatmen und weiterlaufen. Irgendwann liefen die Beine dann eher im Energiesparmodus.
So konnten wir das hohe Tempo aus der ersten Hälfte nicht mehr halten und mussten dem Kraftverschleiß Tribut zollen. Die Bayern zogen Tor um Tor davon und entschieden die Partie am Ende deutlich für sich – auch wenn das Ergebnis den Spielverlauf der ersten 30 Minuten nur sehr bedingt widerspiegelt.
Unterm Strich bleibt ein Auftritt, der trotz Niederlage Mut macht: großer Kampfgeist, eine starke erste Halbzeit, ein glänzend aufgelegter Torhüter und eine Mannschaft, die mit Mini-Kader alles auf der Platte ließ. Diese Woche hieß es noch „alles kann, nichts muss“, während in den nächsten Wochen die „muss“-Spiele auf den SVB zukommen um im Abstiegskampf der BOL Präsenz zu zeigen.
© Daniel Scheffter

