Bei den Spielen gegen Mannschaften aus dem unteren Viertel ergaben sich für den SV Bruckmühl zuletzt zwei Unentschieden, gegen die vor der Begegnung noch schlechter platzierte HSG München West wollte man nun auch Mal auswärts ein Zeichen setzen und zwei wichtige Punkte gegen den Abstieg sammeln.

Doch zu Beginn des Spiels zeigte sich schnell, dass dies für die Bruckmühler alles andere als ein leichtes Unterfangen werden würde. Die HSG präsentierte sich im Angriff von Anfang an äußert druckvoll und durchschlagskräftig. Über schnelle Ball- und Laufwege kamen die Gastgeber immer wieder zu Durchbrüchen oder fanden den freien Kreisspieler. Zwar hielt auch Bruckmühl im Angriff durchaus Stand, man tat sich jedoch in der Summe schwerer, zum Torerfolg zu kommen, doch gelang es immer wieder. Vor allem in der ersten Hälfte war es insbesondere Mario Lackovic, der auch mit einfachen Toren den eigenen Angriff entlastete. Bruckmühl blieb schließlich den etwas konstanter spielenden Münchnern auf den Fersen und reduzierte einen zwischenzeitlichen vier Tore Rückstand auf ein 17:15 zur Halbzeit.

Trainer Rauch motivierte zwar seine Mannschaft in der Ansprache enorm und verwies auf in der Theorie einfache taktische Maßnahmen, um einen bessern Zugriff auf das Spiel zu bekommen, die Bruckmühler hatten an diesem Tag jedoch scheinbar keine Kapazitäten für die Verbesserungsansätze. Denn was dann nach dem Wiederanpfiff auf dem Spielfeld passierte, reiht sich zweifelsohne unter den klar schlechtesten Phasen der bisherigen Spielzeit ein.

Die HSG spielte letztlich weiterhin ihr gleiches Spiel, Bruckmühl wusste aber überhaupt nicht mehr – also noch weniger als sowieso bereits – in der Abwehr dagegenzugehen. Mit meist nur wenigen Pässen oder Einzelaktionen hebelten die Münchner die Defensive oft vollständig aus. Und auch im Angriff agierten die Herren völlig ideen- und kopflos, zudem häuften sich in der Folge auch noch einfache technische Fehler. HSG München West erhöhte binnen 13 Minuten auf ein vorentscheidendes 28:18. Zwar hielt man in der Schlussphase dann deutlich besser dagegen und verhinderte eine noch heftigere Niederlage, der Rest war aber letztlich Makulatur.

Offensichtlich sieht sich Bruckmühl mittlerweile mit einer Situation konfrontiert, in der die Luft immer dünner wird, während man offenbar nicht gerade am oberen Punkt der Formkurve verharrt. Doch der Wille und die Motivation der Mannschaft, alles in die Waagschale zu werfen, um sich gegen den Abstieg zu stemmen, bleibt ungebrochen. Es folgt ein spielfreies Wochenende, die Zeit kann also genutzt werden, um weiterhin an den Schwächen zu arbeiten und aus den bisherigen Fehlern zu lernen.

Es spielten:

Markus Feldhaus und Daniel Scheffter im Tor, Lorenz Paul (1), Lukas Wessely (3/1), Mario Lackovic (7), Benjamin Schubert (2), Nicolas Wolf (6/1), Alexander Basan (1), Paul Gleissner, Leonid Nikoloski, Simon Todt (2), Stefan Bonleitner, Florian Rupp (2), Manuel Pergelt, Simon Möckl (1)

© Simon Möckl