Der SV Bruckmühl wollte den Toto-Pokal-Sieg vom Freitag veredeln und hat das nur wenige Tage später auch geschafft. Das Team rund um Kapitän Patrick Kunze erspielte sich mit den Auftritten der letzten Wochen eine Topausgangslage für den Kampf um den Klassenerhalt und hat drei Spieltage vor Schluss direkt den ersten Matchball genutzt. Der SVB, der mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien nun das formstärkste Team der Ost-Staffel ist, entschied das Nachholspiel vom zurückliegenden Spieltag am Dienstagabend beim SV Waldperlach knapp mit 3:2 für sich. Damit steht fest: Der direkte Klassenerhalt ist der Mannschaft aus dem Mangfalltal in den letzten beiden verbleibenden Runden nicht mehr zu nehmen.
Restprogramm der Konkurrenz spricht für SV Bruckmühl
Auch wenn der Vorsprung auf die Relegationszone zwei Spieltage vor Schluss nur sechs Punkte beträgt. Die auf den ersten beiden Relegationsplätzen liegenden TSV Ebersberg und SV Saaldorf könnten zwar nach Punkten noch mit dem SVB gleichziehen, der SVB hat allerdings den direkten Vergleich gegen die Eber für sich entschieden. Saaldorf und der sich einen Rang vor der Gefahrenzone befindende FC Töging treffen am
Wochenende im direkten Duell aufeinander. Somit könnte nur noch eines der beiden Teams Bruckmühl in der Tabelle überholen. Das heißt: Der Klassenerhalt ist den Rot-Weißen auch rein rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Bereits seit dem Wochenende war klar, dass der SVB nicht mehr direkt absteigen kann, sondern maximal in die Relegation muss.
Lukas Steidl sorgt für Bruckmühler Traumstart
Dieses Szenario wurde wenige Tage später ebenfalls ausgeschlossen – und das sogar aus eigener Kraft. So einfach wie das Unterfangen am Dienstagabend zwischenzeitlich aussah, wurde es am Ende jedoch nicht. Die Elf von Trainer Mike Probst verspielte im Münchner Stadtgebiet beinahe eine 3:0-Führung und damit fast auch den vorzeitigen Klassenerhalt. Denn dafür waren drei Punkte nötig. In dieser Mission legten die Gäste einen Blitzstart hin. Nicht einmal zwei Minuten hatte es gedauert, da brachte Lukas Steidl den SVB auf die Siegerstraße. Der Toptorjäger kam nach einem Einwurf auf der rechten Seite an den Ball, zog in die Mitte und schlenzte das Spielgerät ins lange Eck. Waldperlach verpasste im direkten Gegenzug verpasste die schnelle Antwort. Ein Abschluss nach einem langen Ball strich knapp am Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite verzog dann Steidl.
Eigentor erleichtert Situation für SV Bruckmühl
Nach einer Viertelstunde erhöhte Bruckmühl dann unter kräftiger Mithilfe der Hausherren. Simon Neulinger verlor zunächst den Ball in der eigenen Hälfte und köpfte die daraus resultierende Hereingabe von Maximilian Gürtler am ersten Pfosten mit einer artistischen Flugeinlage ins eigene Tor. In der Folge hatten beide Teams gefährliche Chancen. So musste beispielsweise SVB-Keeper Maximilian Gröbmeyer nach etwas mehr als einer halben Stunde eingreifen. Auf Bruckmühler Seite wurde ein aussichtsreicher Schuss nahe der Strafraumgrenze von Michele Cosentino abgeblockt.
Maximilian Gröbmeyer hält Elfmeter – Maximilian Gürtler erhöht
Die zweite Halbzeit hatte es dann in sich. Zunächst entschied der Unparteiische nach einem Einsteigen von Michael Kraxenberger auf Foul. Den Strafstoß parierte Gröbmeyer. Kurz danach nutzte Bruckmühl sein Momentum und legte sehenswert seinen dritten Treffer nach. Gerhard Stannek eroberte im Mittelfeldzentrum den Ball. Über Gürtler, Steidl und Kunze kombinierten sich die Gäste durch die gegnerische Hälfte. Schlussendlich musste Gürtler die Hereingabe seines Kapitäns am zweiten Pfosten nur noch über die Linie drücken.
SV Waldperlach meldet sich umgehend zurück
Zuvor hatte Kunze bereits den dritten Treffer nach einem Konter auf dem Fuß gehabt. Seinen Schlenzer nach einem Konter hatte ein Verteidiger im letzten Moment noch entscheidend mit dem Kopf über das Tor gelenkt. Wer infolge des 3:0 nun aber mit einer Entscheidung gerechnet hatte, irrte sich. Waldperlach meldete sich eindrucksvoll zurück. Nur Sekunden nach dem 0:3 verkürzte der SVW. Gröbmeyer parierte einen Abschluss von Umutcan Aksoy. Zoran Dimitrijevic verwertete den Nachschuss aus kurzer Distanz.
SV Waldperlach kommt auf 2:3 ran
Zehn Minuten später geriet der bereits sichergeglaubte Klassenerhalt des SVB noch einmal kräftig ins Wanken. Asaad Khalil nickte eine Flanke am zweiten Pfosten zum 2:3 ein. „Die Jungs haben über zwei Drittel des Spiels vieles richtig gemacht. Das schnelle Gegentor nach unserem dritten Treffer, auf den wir nach der Halbzeit gehen wollten, hat uns unerklärlich zu sehr beeindruckt. Damit hat Waldperlach noch mehr `all in` gespielt und nach ihrem zweiten Erfolgserlebnis wurde es nochmals eng“, ärgerte sich Probst etwas. Schlussendlich brachte Bruckmühl „die drei Punkte“ jedoch relativ souverän „über die Zeit“ und spielt damit auch in der nächsten Saison höherklassig. „Die Erleichterung nach einer schwierigen Saison ist groß. Wir haben damit das erklärte Ziel erreicht“, freute sich Probst nach der Partie.
Saisonaus für Bruckmühls Offensivspieler Markus Pergelt
Trotz des Klassenerhalts gab es „einen Wehmutstropfen“ bei den Bruckmühlern. Markus Pergelt musste nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung mit dem Verdacht auf eine schwere Knöchel- bzw. Sprunggelenksverletzung wieder raus. Zur Pause hatte Manuel Künzler bereits nach einem Foulspiel ausgewechselt werden müssen. In den letzten beiden Partien wird der SVB die Spielzeit 2025/26 jedoch nicht austrudeln lassen. Schließlich geht es sowohl für den SV Aschau am Inn und den TSV Siegsdorf im Abstiegsrennen noch um alles. Nach dem sicheren Klassenerhalt will Bruckmühl die Saison nun mit dem bestmöglichen Ergebnis abschließen. Mit zwei weiteren Siegen zum Abschluss würde Bruckmühl die Saison mit soliden 42 Punkten und Rang sechs abschließen.
SV Bruckmühl will sich mit Revanche beim Heimpublikum verabschieden
Bereits am Freitag steht das letzte Heimspiel der Saison an. Mit dem Aufsteiger aus Aschau am Inn hat das Probst-Team noch eine Rechnung aus der Hinrunde offen. Im November gab es im Kellerduell eine empfindliche 0:4-Pleite. Der SV hat nach 28 Spielen 32 Zähler auf der Habenseite und steht damit momentan auf Platz zehn, zwei Punkte vor den Relegationsplätzen. Das Tabellenbild täuscht aber ähnlich wie beim
SVB etwas über die letzten Wochen hinweg. Denn im Mangfallstadion treffen am Freitag ab 19 Uhr zwei der vier formstärksten Teams der Liga aufeinander. Der Aufsteiger belegte kürzlich noch den letzten Platz, ist aber nun schon seit fünf Spielen ungeschlagen, allesamt gegen Mitkonkurrenten, und hat sich damit eine gute Ausgangslage für die letzten Spiele erarbeitet.
SV Bruckmühl II gewinnt Kellerduell gegen SV-DJK Kolbermoor
In eine gute tabellarische Lage hat sich vorerst auch die zweite Mannschaft des SV Bruckmühl in der Kreisklasse gebracht. Die Zwoate gewann am Montagabend das Kellerduell beim SV-DJK Kolbermoor und hat damit den Vorsprung auf die beiden Abstiegsrelegationsplätze auf drei Punkte ausgebaut. Johannes Brendle erzielte nach 68 Minuten den verdienten Siegtreffer. Zuvor hatte der SVB II mehrere gute Möglichkeiten zur Führung ausgelassen. In einer hart umkämpften und hitzigen Schlussphase brachte das Team von Erich Dreher und Charly Kunze die zweiten drei Punkte dennoch in Serie ins Ziel.
Nächstes Krisenduell vor der Brust: WSV Aschau kommt ins Mangfallstadion
Das Ergebnis der Ersten hat laut Probst auch Auswirkungen auf die personelle Situation der Zwoaten: „Unser frühzeitiger Klassenerhalt ist enorm wichtig, weil wir uns jetzt auf den Klassenerhalt der zweiten Mannschaft konzentrieren können“. Bei dieser Mission steht am Samstag bereits das nächste Kellerduell an. Vor heimischem Publikum will das Kreisklassen-Team des SVB den WSV Aschau in der Tabelle überholen und den Vorsprung nach unten noch weiter ausbauen. (Alexander Nikel)