Drei Punkte „für Kopf, Herz und Seele“: SV Bruckmühl gewinnt Kellerduell gegen TSV Zorneding
Der SV Bruckmühl hat zum Hinrundenabschluss das Bezirksliga Kellerduell gegen den TSV Zorneding gewonnen. Die Zwoate musste sich in der Kreisklasse dem WSV Aschau geschlagen geben.
Wo Kellerduell drin stand, war auch Kellerduell pur drin. Bruckmühl-Trainer Mike Probst
nannte Geschehen, das sich zuvor mehr als 90 Minuten lang im Mangfallstadion zwischen dem SV Bruckmühl und dem TSV Zorneding abgespielt hatte, im Anschluss passend „die Definition eines Abnutzungskampfes“ und „eigentlich ein klassisches Null-zu-Null-Spiel“.
Niko Hable entscheidet Kellerduell zugunsten des SV Bruckmühl
Das bessere Ende fanden die Gastgeber, die das Bezirksliga-Spiel am Samstagnachmittag knapp mit 1:0 für sich entschieden und damit drei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten sammelten. Den entscheidenden Treffer erzielte zu Beginn der Schlussphase Niko Hable. Die Zuschauer bekamen in Bruckmühl von Anfang an – wie zuvor erwartet – ein von Zweikämpfen geprägtes, aber nicht hartes und unfaires, Spiel auf unterem Bezirksliga-Niveau
zu sehen. Widrige Witterungsbedingungen mit zeitweisen starken Windböen und Starkregen taten darüber hinaus noch ihr Übriges. Torchancen hatten folglich absoluten Seltenheitswert. Bruckmühl erspielte sich über die ganze Partie hinweg drei gefährliche Abschlüsse, der Siegtreffer mit einbegriffen, in Richtung gegnerisches Tor, die Gäste zwei.
TSV Zorneding beginnt stärker
Dabei war Zorneding zunächst klar überlegen und auch gefährlicher. Ein Fernschuss von
Maximilian Hotz ging knapp drüber. SVB-Torwart Hansi Brandstetter wäre bei dem zentralen Abschluss allerdings zur Stelle gewesen. Abgesehen von einer Kopfballbogenlampe von Hable, die für TSV-Schlussmann Michael Pohn keine Gefahr ausstrahlte, hatte Bruckmühl erst wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff seine erste richtige Offensivaktion. Markus Pergelt, in der Vorwoche in Miesbach noch
Doppeltorschütze gewesen, zog aus zweiter Reihe ab. Pohn tauchte den Ball aus dem Eck.
Hansi Brandstetter sichert SV Bruckmühl Remis zur Pause
Im direkten Gegenzug hatte auf der anderen Seite Hotz die Gästeführung auf dem Fuß. Der Offensivspieler des TSV Zorneding scheiterte aus kurzer Distanz und aus spitzem Winkel an Brandstetter. Kurz nach dem Seitenwechsel hätte Yannik Molitor dann Bruckmühl in Führung bringen können. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß aus der eigenen Hälfte heraus nutzte der Flügelspieler seine Schnelligkeit und setzte den Ball an Pohn vorbei, allerdings auch hauchzart am langen Pfosten.
Goldener Treffer: Manuel Künzler bedient Niko Hable
Bis zur nächsten und zugleich auch letzten richtigen Torchance mussten die Beteiligten dann bis in die Crunchtime warten. Diese war allerdings schlussendlich spielentscheidend. Bruckmühl eroberte in der Zornedinger Hälfte den Ball. Der eingewechselte Manuel Künzler drehte im Zentrum auf und legte nach links in den Strafraum ab. Dort war Hable von der Gästeverteidigung völlig vergessen worden. Der 20-Jährige vollendete humorlos ins lange Eck. „Das ist genau der klare Ball von Manu, den wir kennen und in diesem Moment wollten“, freute sich Probst nicht nur über den Siegtreffer, sondern auch über die Vorarbeit. Zorneding war in den verbleibenden Minuten das Bemühen auf eine Antwort nicht abzusprechen, doch die Gäste kamen, wie in der ganzen zweiten Halbzeit, zu keiner wirklichen Torannäherung mehr. Mit dem vierten Saisonsieg überholt Bruckmühl den TSV Zorneding zum Abschluss der Hinrunde nicht nur, sondern befindet sich nun in unmittelbarer Tuchfühlung zu den Nicht-Abstiegsplätzen. Der SV Aschau am Inn liegt nur aufgrund des direkten Vergleichs
vor dem SVB.
„Richtige Reaktion“ auf Unentschieden gegen SV Miesbach
Dementsprechend gelöst war Probst nach dem Schlusspfiff, vor allem vor dem Hintergrund der liegengelassenen zwei Punkte in Miesbach eine Woche zuvor: „Nach dem letzten Spiel war schon eine große Enttäuschung zu verspüren gewesen. Das jetzt war die richtige Reaktion. Der Sieg war das Ziel und natürlich absolut wichtig. Die drei Punkte tun Kopf, Herz und Seele gut.“ Die Art und Weise des Sieges steht für Probst dabei nur im Hintergrund: „Der Anspruch auf schöne Spiele ist aktuell nicht gegeben. Die Partie war von beiden Mannschaften sicherlich nicht schön. Den Unterschied hat am Ende gemacht, welches Team es mehr ziehen wollte. Das war auch zu sehen und hat sich in den wenigen Torchancen widergespiegelt.“
Mike Probst lobt Team: „Wir waren sehr griffig“
Trotz des Abnutzungskampfes zeigte sich Probst mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, vor allem kämpferisch: „Wir wussten, dass Zorneding durchaus in der Lage ist, Fußball zu spielen und das haben sie auch versucht. Wir waren über die gesamte Spielzeit sehr griffig. Das war ausschlaggebend. Wir hatten in der zweiten Halbzeit zwei Chancen, um die Partie zu entscheidend, was uns auch geglückt ist. Danach hatten sie nur noch wenig Zeit, zu reagieren und mussten sich aufmachen. Dadurch hatten wir automatisch mehr Räume, um Aktionen spielerischer zu lösen.“ Obwohl die Tabelle nach der Hinrunde erstmals so richtig aussagekräftig ist, will Probst im Hinblick auf das noch anstehende Restprogramm bis zur Winterpause „noch kein Fazit ziehen“. Schließlich stehen nach den Duellen mit Miesbach und Zorneding in den nächsten beiden
Wochen noch weitere Kellerduelle gegen Raubling und Aschau am Inn an, bevor zum
Jahresabschluss der TSV Peterskirchen, aktuell im vorderen Tabellendrittel vorzufinden,
gastiert: „Für uns spielt der Hinrundenabschluss derzeit keine Rolle. Wir haben noch drei
wichtige Spiele vor der Brust.“
Serie des SV Bruckmühl II endet gegen WSV Aschau
Ein „Sechs-Punkte-Wochenende“ gab es für die Herrenmannschaften des SV Bruckmühl am Samstag allerdings nicht. Die Kreisklassen-Mannschaft konnte die Vorlage des Bezirksliga-Teams in ihrem nachfolgenden Kellerduell im Mangfallstadion nicht nutzen. Der WSV Aschau im Chiemgau beendete die Serie der letzten Wochen jäh. Die Gäste siegten deutlich mit 4:1 und verabschieden sich damit vorerst aus den heißen Gefilden des Abstiegskampfes. Mitte der ersten Halbzeit gingen die Gäste durch Toptorjäger Stefan Reiter in Führung. Der Kapitän umkurvte nach einem Steckball Maximilian Gröbmeyer im SVB-Tor und schob aus spitzem Winkel ein. Aschau verpasste in Durchgang eins weitere Treffer ebenso wie auf der Gegenseite Bruckmühl den Ausgleich. Die beste SVB-Möglichkeit wurde auf der Linie entschärft.
Philipp Keller trifft Pfosten – WSV Aschau offensiv eiskalt
Kurz nach Wiederanpfiff verhinderte bei einem Freistoß von Philipp Keller dieses Mal der
Pfosten das 1:1. Das war allerdings die letzte aussichtsreiche Gelegenheit des SVB II, die ohne Tor endete. Aschau machte es in der anderen Hälfte des Spiels besser. Mit einem Doppelschlag durch erneut Reiter und Benedikt Simnet in der 70. und 74. Minute entschieden die Gäste dann die Partie. Der Debüttreffer des eingewechselten Spielertrainers Charly Kunze in der 83. Minute kam für Bruckmühl zu spät, zumal die Gäste mit dem Abpfiff auf 4:1 erhöhten. Der Lauf der letzten drei Wochen ohne Niederlage, darunter sogar zweimal ohne Gegentreffer, hat damit ein Ende gefunden. Bruckmühl bleibt damit zwar auf einem direkten Abstiegsplatz, das rettende Ufer ist genauso wie die Relegationszone allerdings weiter nur einen Punkt
entfernt. (Alexander Nikel)
