Heino & Almklausi

Durch das 2800 Quadratmeter große Festzelt des SV Bruckmühl (SVB) stürmte am vergangenen Sonntagabend musikalische Ballermann-Atmosphäre.
Was für ein Abend, was für eine Stimmung, was für eine Begeisterung, was für ein Jubel und Trubel.
Dabei präsentierte sich das Volksfest-Areal im wahrsten Sinn des Wortes „völlig losgelöst von der Erde“.
Szenenkenner aus Palma de Mallorca attestierten dem Bruckmühler Volksfest-Tempel eine Atmosphäre wie in den legendären Party-Hot-Spots auf Mallorca. Dem Stadtmarketing der Marktgemeinde war mit der Verpflichtung des weltbekannten Schlager-Königs Heino und dem Partyschlager-Sänger Almklausi ein wahrer Coup gelungen. „Wer da war, hat ein echtes Spektakel erlebt, dass einem noch lange in Erinnerung bleibt, wer nicht da war, hat was verpasst, Shit Happens“, lautete das einhellige Fazit aller Bruckmühler Party-Gänger mit einem Augenzwinkern.
In intensiver und aufwendiger Nachtarbeit und Frühmorgens-Aktionen erhielt das Bruckmühler Festzelt durch Profis ein akustisches und optisches Feintuning, wie man es von namhaften Event-Arenen kennt. Dazu zählten eine für die Zeltverhältnisse perfekt gesteuerte Soundanlage. Eine punktgenau eingestellte Lichttechnik mit einer Vielzahl von Scannern sorgte für die optischen Farbtupfer. Highlight waren zwei von den Zelttraversen abgehängte große LED-Walls auf denen das Bühnen- und Publikumsgeschehen live eingespielt wurden.
Punkt 19.17 Uhr zündete Almklausi nach seinem viel bejubelten Einzug durch das Fan-Spalier im Parkettbereich mit dem Song „Die Pure Lust am Leben“ und „Scheißegal“ die ultimative Spaßrakete. Der klaren Ansage, „wir sind hier um Vollgas Fete zu machen, also, keiner sitzt, alle auf die Bänke“, folgten die mehreren hundert Party-Gäste im Zehntel-Sekundentakt. In den folgenden 47 Minuten füllte der 57-jährige Unterhaltungskünstler den Begriff „Rampensau“ mit gelebter Leidenschaft voll aus. Ein Ballermann-Hit jagte den nächsten. Verschnaufpausen für die Partygäste – Fehlanzeige. So konnten auch die Fest-Bedienungen für einen Moment die Füße hochlegen. Mit Animationen wie, „zeigt mit eure Hände, hoch damit, bis die Achselhaare aus den T-Shirts blinzeln“, trieb der Bühnen Vollblut-Profi seine Fans zu Höchstleistungen. Dazu trug auch die Liederauswahl wie „Skandal im Sperrbezirk“ oder „Hey kleines Luder“ bei. Nach dem frenetisch gefeierten Schlusslied „Mama Laudaaa“ verwandelte sich der Bühnen Backstage-Bereich vor der Schenke zur Autogramm- und Selfie-Meile.




Um 20.19 Uhr war es dann soweit.
Beim frenetisch gefeierten Bühnenauftritt des weltbekannten Bühnen-Stars explodierte gefühlt schon beim ersten Lied „Karamba, Karacho“ die Gefühlslage der Heino-Fans. Nach seiner Fußverletzung-Erklärung, „nachdem unsere deutschen Kicker ja nicht mal mehr vom Punkt aus das Tor treffen, hat mich der DFB vor einigen Tagen zu einem 11-Meter Schießen eingeladen, und dabei ist es leider passiert, der Arzt wollte mich dann krankschreiben, da habe ich aber Nein gesagt, ich kann doch meine Bruckmühler Fans nicht im Stich lassen“, wurde das Festzelt zum Tollhaus.
In Begleitung seiner zwei charmanten Sängerinnen Gaby und Angie präsentierte der Schlager-Star ein Potpourri seiner erfolgreichsten Hits. Bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Rosamunde“ mussten die Bierbänke einen Härtetest bestehen. Auf charmante Weise führte der 87-jährige locker durch das Bühnenprogramm. Dabei siezte er ganz gentleman like sein Publikum. Humor bewies der Entertainer, als er auf seine Anfänge zurückblickte, „ich startete meine Karriere zu der Zeit, zu der andere schon Stars waren, wie zum Beispiel die Beatles, die gibt es nicht mehr, aber Heino steht heute noch hier auf der Bühne“. Bei Hits wie „Adio Mexiko“, „Völlig losgelöst von der Erde“ oder „Sierra Madre“ bebte der Festzeltboden. Zum wahren Hexenkessel mutierte das Festzelt bei den modernen Versionen von „Blau, Blau blüht der Enzian“ oder „Junge“. Nach seinem aktuellen Ballermann-Hit „Laila“ verließ der Bühnenstar nach knapp einer Stunde – leider viel zu früh für seine Fans dann die Bühne – die ihm aber dies aber mit einem frenetischen Schluss-Beifall nachsahen.
Torsten Neuwirth
